Das Bild zeigt einen Bagger beim Abriss des Gebäudes »Elementum« in der Münchner Bayerstraße.
Abriss des Gebäudes »Elementum« in der Münchner Bayerstraße (Foto: HM)
  • 06.02.2025

Neues Leben für alte Gebäude: 100% Wiederverwertung als Ziel

Das Projekt »WIMACO Beton« der HM zeigt, wie mineralische Abbruchmaterialien vollständig recycelt und ressourcenschonende, CO2-effiziente Baustoffe geschaffen werden können.


Im Jahr 2022 entfielen rund 38,4% des gesamten Abfalls in der EU auf das Baugewerbe. Dieser Anteil verdeutlicht die Dringlichkeit von Lösungen für nachhaltiges Bauen und die Wiederverwertung von Baustoffen. Hier setzt das Projekt »WIMACO Beton« der Hochschule München an, das sich dem Ziel verschrieben hat, mineralische Abbruchmaterialien vollständig zu recyceln und damit ressourcenschonende, CO2-effiziente Baustoffe zu schaffen.

Die Architekturdoktorandin Daria Stützer von der Hochschule München hat sich der Herausforderung angenommen, Abbruchmaterialien möglichst vollständig wiederzuverwerten. Im Mittelpunkt steht das Konzept einer zirkulären Bauwirtschaft, bei der Baustoffe nach ihrem Lebenszyklus erneut verwendet werden können, ohne an Qualität zu verlieren. Betreut wird sie im Projekt und bei ihrer Dissertation von Prof. Dr. Natalie Eßig, die im Bereich Baukonstruktion und Bauklimatik an der Fakultät für Architektur der HM lehrt und forscht. Leiterin des gemeinsamen Verbundprojekts WIMACO Beton ist Prof. Dr.-Ing. Andrea Kustermann von der Fakultät für Bauingenieurwesen.


Elementum: Ein Gebäude wird zum Testfall für nachhaltige Baupraktiken

Die Überlegungen für einen gezielten Rückbau des Bürogebäudes »Elementum« an der Bayerstraße in München liefern wertvolle Erkenntnisse über die Möglichkeiten der Materialwiederverwertung. Mit modernsten Methoden, darunter selektive Demontage und Materialflussanalysen, wurden das Potenzial für die Wiederverwendung und die Umweltfolgen des Prozesses untersucht. Anstelle der Entsorgung von Materialien am Ende ihres Lebenszyklus sollte eine Wiederverwendung oder ein Recycling in einem geschlossenen Materialkreislauf erfolgen.

Dies trägt dazu bei, Abfall zu reduzieren, Ressourcen zu schonen und langfristige Nachhaltigkeit sicherzustellen. Daria Stützer sieht hier großes Potenzial: »Wir müssen die Wiederverwendungsrate von Baumaterialien beim Rückbau von Gebäuden wie dem Elementum steigern. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit selektiven Rückbauverfahren und präziser Planung eine Wiederverwendung der Baustoffe von bis zu 90% realisieren könnten.«


CO2-Einsparung durch lokale Aufbereitung

Die bisherigen Ergebnisse zeigen deutliche Vorteile. Durch den Verzicht auf Deponierung und lange Transportwege könnte der CO2-Ausstoß erheblich reduziert werden. Bei einem Gebäude wie dem Elementum mit geschätzten 8.000 Tonnen rückbaubarem Material ergibt sich durch eine lokale Wiederverwendung ein Einsparpotenzial von insgesamt 17,6 Tonnen CO2. Dies senkt nicht nur die Umweltbelastung, sondern reduziert auch Verkehrsaufkommen und Kosten.

Weitere Informationen zu diesem Projekt sind in einem wissenschaftlichen Paper verfügbar. Das Forschungsprojekt läuft noch bis Februar 2026 und wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.


Wissenschaftliche Ansprechpartnerin

Daria Stützer
E-Mail: stuetzer.daria@hm.edu

 

Hochschule für angewandte Wissenschaften München
Lothstr. 34
80335 München
Telefon: 089 1265-0
Telefax: 089 1265-3000
E-Mail
Internet: www.hm.edu


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