BauSV 2/2025


Bautechnik

Abb. 6: Durch wochenlange Feuchteeinwirkung sind Holzspäne der OSB-Platten der Dacheindeckung delaminiert und die Platte ist gequollen. Dies hat Auswirkungen auf technische Eigenschaften, die Schäden sind irreversibel.

Pia Haun


Monitoring in der Nutzungsphase, insbesondere im Holzbau

Ausgangssituation und Intention


Die Errichtung von Gebäuden in Holzbauweise nimmt seit Jahren stark zu, mit einer Quote von über 21% im Jahr 2022. Unterschiedliche Gründe machen den Holzbau attraktiv, wie

  • natürlicher, nachwachsender Baustoff,
  • regional verfügbarer Baustoff,
  • ideal für vorgefertigte Bauteile und
  • vielseitig einsetzbar.

Nachteilig ist, dass Holz und Holzwerkstoffe feuchteempfindlich sind. Der zunehmende Anteil an Holzbauten führt unweigerlich zu einem entsprechenden Anstieg der Summe an Feuchte- und Folgeschäden bei diesen Gebäudetypen, die im Vergleich zu Massivbauten gravierend sein können.

Besteller von Holzbauten erwarten jedoch ein schadenfreies, effektives, wirtschaftliches, dauerhaftes und somit nachhaltiges Gebäude, das während der Nutzungsphase nach Möglichkeit keinen unerwarteten Wertverlust erleidet.

Wie lassen sich Feuchte- und Folgeschäden in Holzbauten in der Nutzungsphase vermeiden bzw. minimieren, damit Ressourcen geschont werden und Kosten einer erforderlichen Sanierung so gering wie möglich ausfallen?

Schäden lassen sich nicht verhindern. Je nach Art und Ausmaß sind Rückbaumaßnahmen erforderlich, um Sanierungsziele zu erreichen. Durch den Einsatz von Monitoring als Frühwarnsystem wird eine Erhöhung der Materialfeuchte rechtzeitig erkannt, damit Maßnahmen umgehend eingeleitet werden können.

Monitoring dient der permanenten und systematischen Überwachung physikalischer Größen während eines bestimmten (Mess-)Zeitraums. Warum Monitoring eine Methode ist, die in Zukunft in großem Umfang bei Neubauten und Umbauten realisiert werden sollte, ist Inhalt dieses Beitrags. Es wird in der Zukunft ein zwingender Teil der Qualitätssicherung bei Gebäuden sein, und das nicht nur im Holzbau.


Gesetzliche Forderungen und Regelwerke

Grundsätzlich fordert der Gesetzgeber bei Bauwerken Maßnahmen gegen Feuchtigkeit, da diese sowie Folgeschäden zu Beeinträchtigungen u.a. der Gesundheit der Nutzer führen können.

In der EU-Verordnung Nr. 305/2011 Anhang I ist Folgendes festgehalten:

3. Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz

»Das Bauwerk muss derart entworfen und ausgeführt sein, dass es während seines gesamten Lebenszyklus weder die Hygiene noch die Gesundheit und Sicherheit von Arbeitnehmern, Bewohnern oder Anwohnern gefährdet und sich über seine gesamte Lebensdauer hinweg weder bei Errichtung noch bei Nutzung oder Abriss insbesondere durch folgende Einflüsse übermäßig stark auf die Umweltqualität oder das Klima auswirkt: […]

g) Feuchtigkeit in Teilen des Bauwerks und auf Oberflächen im Bauwerk.«


Die gesetzlichen Forderungen auf EU-Ebene spiegeln sich national in der Musterbauordnung § 13 wider:

§ 13 Schutz gegen schädliche Einflüsse

»Bauliche Anlagen müssen so angeordnet, beschaffen und gebrauchstauglich sein, dass durch Wasser, Feuchtigkeit, pflanzliche und tierische Schädlinge sowie andere chemische, physikalische oder biologische Einflüsse Gefahren oder unzumutbare Belästigungen nicht entstehen. […]«


Maßgebliches Regelwerk im Holzbau ist die DIN 68800 – Holzschutz. Hier sind die gesetzlichen Forderungen konkretisiert. Hinsichtlich des Anwendungsbereichs steht in Teil 1 unter Abs. 1 das Folgende:

1 Anwendungsbereich

»Die Norm regelt die allgemeinen Voraussetzungen für den Schutz von verbautem Holz und Holzwerkstoffen gegen eine Wertminderung oder Zerstörung durch Organismen […]. Sie enthält Verpflichtung, bauliche Maßnahmen zu berücksichtigen.«


Normenteil 1 und 2 sind bauaufsichtlich eingeführt und somit verpflichtend einzuhalten. Unter Abs. 6.2 / Teil 1 werden für Planende und Ausführende bauliche Maßnahmen des baulichen Holzschutzes wie folgt definiert:

»Alle planerischen, konstruktiven und organisatorischen Maßnahmen zum Schutz des Holzes nach DIN 68800-2.«


Monitoring wird in der gesamten DIN 68000 in Bezug zum frühzeitigen Detektieren von Feuchteschäden an keinem Punkt erwähnt. Da dieses Frühwarnsystem jedoch die Ziele des Holzschutzes unterstützt, muss es als Teil des baulichen Holzschutzes auf breiter Ebene Einzug in den Holzbau finden. Ein deutlicher Hinweis bei der nächsten Aktualisierung der DIN 68800-1 oder -2 ist unbedingt erforderlich, damit der Holzbau weiterhin attraktiv bleibt und großen Zuspruch erfährt.


Den ganzen Beitrag können Sie in der April-Ausgabe von »Bausachverständige« lesen.
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